Bücherschapp

Lesen und Segeln, das passt gut zusammen. Georg und ich bevorzugen die altmodische Art und lesen lieber "richtige" Bücher. Die Kinder sind inzwischen auf Kindle oder ähnliches umgestiegen.

Unsere Leseliste für den Ostseetörn ist noch nicht komplett, eine kleine Auswahl findet Ihr aber hier schon einmal:

Literatur "rund um die Ostsee"

Ulla-Lena Lundberg: Eis, Mare Verlag, 2014

Aus dem Schwedischen von Karl-Ludwig Wetzig

 

Ich habe gelacht und geweint, mein Herz manchen Personen geschenkt und manche eher mit Abneigung bedacht. Als die letzte Seite gelesen war, hätte ich am liebsten wieder von vorne angefangen.

Der junge Pastor Petter Kummel, der mit seiner Familie Mitte der 1940er Jahre auf die kargen, zwischen Finland und Schweden gelegenen Örar-Inseln kommt, mischt die sangesfreudige und Klatsch liebende Gemeinde ganz schön auf. Ein neuer Pastor, der sich für die einsamen, rauen Inseln begeistert (und nicht bei nächster Gelegenheit versetzt werden möchte)! Seine flinke und zupackende Frau Mona, die etwas von der Landwirtschaft versteht! Die kauzigen Gemeindemitglieder lassen sich von der optmistischen, entwaffnenden Art von Petter Kummel anstecken und auch der Pfarrer und seine Familie werden von den Inseln und ihren Bewohnern zunehmend geprägt. Allerdings glaubt man hier nicht nur an Gott, sondern auch an uralte Geisterwesen, die auch Unheil verkünden können ...

Für mich bisher das Schönste, was ich in 2015 gelesen habe! Da muss sich der Rest des Jahres echt noch anstrengen!

Ulla-Lena Lundberg ist auf den Aland-Inseln geboren, auf Kökar, Tove Jansson hat auf Källskär gelebt und gearbeitet. Beide haben den Inseln ein literarisches Denkmal gesetzt. Kökar liegt auch auf unserer Reiseroute ... Einen schönen Reisebericht über die Aland-Inseln - auf den Spuren der Autorinnen - findet Ihr hier.

Florian Beckerhoff: Drei nach Norden, Rütten & Loening, 2015

 

Ein abenteuerlicher Roadtrip von Berlin nach Schweden: Greta, Cassady und der "Halbe Belgier" wollen eine geheimnisvolle Kiste zu einem alten Ehepaar an der schwedischen Küste bringen, bei denen Greta als Kind ihre Ferien verbracht hat. Dabei treffen sie nicht nur einige wirklich schräge Typen, sondern auch sich selbst, die Liebe, die verloren geglaubte Heimat ...

In der ersten Hälfte ziemlich unterhaltsam, wurde es mir dann gegen Ende des Buches zu turbulent, so dass die besinnlichen Momente etwas untergingen. Schade!

Tove Jansson: Das Sommerbuch, Bastei Lübbe, 2014

Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer


Sophia verbringt ihre Sommer bei ihrer Großmutter auf einer einsamen Insel im finnischen Meerbusen. Einfühlsam erzählt Tove Jansson vom Leben im Einklang mit der Natur, von Gagelenten und schwierigen Sommergästen, vom Mittsommer und von dunkler werdenden Nächten im August, von Flaute und von Sturm. Und vom Abschiednehmen - beim Älter werden und von geliebten Menschen.

Ein Buch zum Immer-Wieder-Lesen.

Quelle (Cover): Bastei Lübbe Verlag

Eva Stachniak: Der Winterpalast, Insel Verlag, 3. Aufl., 2014

Aus dem Englischen von Peter Knecht

 

St. Petersburg zur Zeit von Katharina der Großen: atmosphärisch dichter historischer Roman mit Sogwirkung! Ich denke, für den langen Törn brauche ich dringend noch die Fortsetzung "Zarin der Nacht"!

 

Raija Siekkinen: Wie Liebe entsteht, Dörlemann, 2014

Aus dem Finnischen von Elina Kritzokat, mit einem Nachwort von David Wagner


Raija Siekkinens Geschichten verzaubern und verstören. Sie rufen Bilder hervor - Bilder des kurzen finnischen Sommers, der kargen Landschaft, des staubigen Flughafens von Helsinki. Man kann ihre Geschichten weiterdenken, in die Zukunft, in die Vergangenheit, auch die eigene. Momentaufnahmen aus Frauenleben, deren ganze Geschichte man in der Poesie und Wucht der bestechend klaren Sprache ahnen kann. "Vier waren wir, und alle schon einmal geschieden." - mit diesem wunderbaren Satz beginnt zum Beispiel die Geschichte "Liebe". Anlässlich des finnischen Gastauftritts bei der Frankfurter Buchmesse 2014 wurde erstmals ein Werk der 2004 im Alter von 51 Jahren verstorbenen Autorin in Deutschland veröffentlicht. Schade, man möchte gern mehr von ihr lesen.

Sofi Oksanen: Als die Tauben verschwanden, Kiepenheuer & Witsch, 2014


Über die ungewöhnliche estnisch-finnische Autorin habe ich schon viel gelesen. Ihr Buch "Als die Tauben verschwanden", das in Estland zur Zeit der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg spielt, möchte ich mir gerne für unterwegs aufheben. Hier vorab ein Link zur Verlagsinformation.

Liza Marklund: Jagd, Ullstein Verlag, 2015

 

Die Journalistin Annika Bengzton ist keine Titelheldin, die sich beim Leser anbiedert. Sie ist spröde, unnahbar und schonungslos ehrlich. Sie kann ziemlich anstrengend sein, wenn sie sich in eine Story verbeißt. Dann wieder möchte man an ihrem Küchentisch sitzen und über Kinder, gescheiterte Beziehungen und überhaupt das Leben reden. Ecken und Kanten eben - wie Menschen im echten Leben auch.

Die Kriminalfälle? Die sind sowieso Extraklasse. In "Jagd", ihrem 10. Fall, wird ein bekannter, wertkonservativer Politiker in seinem Haus überfallen und brutal gefoltert. Außerdem ist seine Frau verschwunden. Wie immer verfolgt die Reporterin bald eigene Theorien über das Geschehene ...

Eduard von Keyserling: Wellen, Manesse Verlag, 2011

 

Der Ostsee-Sommerfrische-Gesellschaftsroman des "baltischen Fontane".

 

Astrid Lindgren: Ferien auf Saltkrokan, Oetinger Verlag, 12. Aufl., 1992

Der Klassiker für einen Sommer in den schwedischen Schären! Als Kind gelesen, später den Film gesehen, meinen Kindern vorgelesen ... Gerne tauche ich diesen Sommer noch mal in die Abenteuer von Pelle, Tjorven und Bootsmann ein.

Reisen und Meer

Richard Hughes: In Bedrängnis, Dörlemann, 2012

Aus dem Englischen von Michael Walter


Bei einer Schiffskatastrophe in der Karibik offenbaren sich nicht nur Konflikte zwischen Fortschrittsglauben und Naturgewalt, vor allem die großen und kleinen Abgründe in der menschlichen Natur treten zutage je weiter das Unglück seinen Lauf nimmt. Bereits 1938 erschienen enthält das Buch doch eine universelle Aktualität, der man sich nicht entziehen kann. Scharfe Beobachtungsgabe, wunderbare Sprache, Verständnis für kleine und große Unzulänglichkeiten der Charaktere und nicht zuletzt eine gelungene Neuübersetzung sorgen für großes Lesevergnügen.

Törnberichte

Gemeinsam ist allen vorgestellten Törnberichten, dass ihre Verfasser einmal rund um die Ostsee gesegelt sind. Dann hört es aber mit den Gemeinsamkeiten aber auch schon auf: ob einhand, als Paar oder als Freunde, kurz nach der Öffnung der ehemals kommunistischen Teile der Ostsee oder vor gerade mal 5 Jahren, mit dem Folkeboot oder der 29-Fuß-Yacht - jeder Törn hat seine ganz eigene Choreographie und Atmosphäre.

Christian Irrgang: Ostsee linksherum. Ansichten eines Segelsommers, Delius Klasing, 2. Aufl., 2013

 

Tolle Fotos, knackige Berichte - es macht Spaß, mit auf diese Reise zu gehen. Werden wir bestimmt auf unserem Törn noch öfter zur Hand nehmen ...

Sönke Roever: Auszeit unter Segeln. Ein Sommer auf der Ostsee, Delius Klasing, 2009


Die Lektüre wird für unseren eigenen Törn aufgehoben ...


Wilfried Erdmann: Ostsee-Blicke. Ein Segelsommer mit KATHENA 7, Delius Klasing, 2008


Interesante Überlegungen zu Land und Leuten neben spannenden Segelerlebnissen.  Ein besonderer Reiz liegt darin, dass der Törn vor über 20 Jahren stattgefunden hat - also noch mit D-Mark, ohne Handy ...

Bastian Hauck: Raus in Blaue. Teil 2, DVD, Delius Klasing, 2010

 

Stimmungsvolle filmische Einblicke des sympathischen Skippers Bastian Hauck in die schönen und weniger schönen Seiten des Einhandsegelns auf dem 50 Jahre alten Folkeboot "Tadorna".

Tweets von Lyonesse

 Warum heißt unser Boot "Lyonesse"?


Lennie, unser Maskottchen
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